Was ist der Unterschied zwischen AMOLED, Super-AMOLED, OLED, LED und der Retina / Retina HD Bildschirmauflösung? 1

Was ist der Unterschied zwischen AMOLED, Super-AMOLED, OLED, LED und der Retina / Retina HD Bildschirmauflösung?

Besonders bei Smartphones, Phablets oder Tablets aus dem Hause Samsung liest man es immer wieder: Super-AMOLED Display! In den Top-Modellen der Samsung Galaxy Produktreihen kommt diese Technologie seit jeher zur Anwendung. Was hat es damit auf sich und was ist der Unterschied zwischen AMOLED und Super-AMOLED, LCD, LED und Retina Auflösung? PROTOMAX bringt erneut Licht ins Dunkle und führt Sie mit einem weiteren ‚PROTOMAX Wissen‘ Thema durch die von Fachbegriffen wimmelnde Themenwelt des Mobilfunks.

Die Basisbegriffe der modernen Bildschirmauflösung:

Was ist LCD?

Um die Begriffsbedeutung AMOLED zu verstehen, sollte zunächst klar sein, was sich hinter den Abkürzungen LED und LCD verbirgt. Wir erklären, wo die Unterschiede und Gemeinsamkeiten liegen.

Der Begriff LCD kommt aus dem Englischen und steht für ‚Liquid Crystal Display‘ – Flüssigkristallanzeige. Das LCD ist die wohl etablierteste und bekannteste Displayform. Dahinter verbirgt sich eine Technik, bei der Flüssigkristalle durch elektrische Impulse gesteuert werden. Wenn ein bestimmtes Maß an Spannung angelegt wird, beeinflusst dies die Polarisationsrichtung von Licht.

Vereinfacht bedeutet dies, dass Flüssigkristalle in bestimmten Winkeln ausgerichtet werden um Licht hindurch zu lassen. Wird eine dünne Schicht dieser Flüssigkristalle auf einem Raster – äquivalent zur Auflösung eines Displays, z.B. 1920 x 1080 – von hinten beleuchtet, kann über eine Veränderung der anliegenden Spannung jeder Punkt des Rasters stufenlos transparent geschaltet werden. Somit kann bei einer roten, grünen und blauen Hintergrundbeleuchtung eine beliebige Farbe gemischt und dargestellt werden.

Was ist LED?

Der Begriff LED kommt ebenfalls aus dem Englischen und steht übersetzt für ‚Licht emittierende Diode‘. LEDs lösen die für LCD nötigen Leuchtstoffröhren der Hintergrundbeleuchtung ab. Durch LED lässt sich der Hintergrund dynamisch und individuell steuern. LED Displays bieten also eine deutlich effizientere Möglichkeit der Lichtversorgung. Mit der immer weiteren Verbreitung sind diese Displays auch günstiger. Es lassen sich mit der LED Technik deutlich bessere Schwarzwerte erreichen, die bisher nur Plasma Displays ermöglicht haben. Dies geschieht, indem ganz simpel schwarze Stellen des Bildes nicht beleuchtet werden. LED Displays überzeugen darüber hinaus durch einen geringen Stromverbrauch und einer erstaunlichen Langlebigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen LED und LCD? LED vs. LCD

Aus technischer Sicht unterscheiden sich LCD und LED Displays nur durch die Beleuchtung. Bei beiden Technologien kommen für die Anzeige Flüssigkristalle zum Einsatz. Während aber bei einem LCD Display noch Kaltkathodenröhren (CCRT) zur Hintergrundbeleuchtung benutzt werden, beleuchten bei einem LED Display Leuchtdioden den Hintergrund. LED Displays können so deutlich flacher und platzsparender gebaut werden.

Was ist OLED?

Nach der Klärung der genannten Grundbegriffe soll an dieser Stelle geklärt werden, was es mit der zukunftsweisenden Technik OLED auf sich hat. Der Begriff OLED kommt ebenfalls aus dem Englischen und steht für ‚Organic Light emitting diode‘. Es handelt sich hier also um LEDs aus organischen Halbleitermaterialien, die selbst so stark leuchten, dass auf eine Hintergrundbeleuchtung verzichtet werden kann! OLED verfügen über eine bessere Strom- und Lichtdichte und können auch großflächig hergestellt werden. Die Energieeffizienz von OLED ist kristallinen Leuchtdioden wie LCDs überlegen und sie können nochmals flacher hergestellt werden. Damit aber nicht genug: das Einsatzspektrum der OLED ermöglicht sogar die Aufbringung auf biegsamen Materialien wie E-paper etc..

Da OLEDs – wie erwähnt – selbst Licht aussenden, ist keine Hintergrundbeleuchtung wie bei LCD oder LED Displays nötig. Während ein dunkler Bildpunkt bei LCDs lediglich abgeschattet wird, ist dieser bei OLED-Displays ausgeschaltet und dadurch auch komplett schwarz. Dies trägt nicht nur zu einer wesentlich höheren Bildqualität bei, sondern vermindert auch den Verlust von Energie und Wärme und hilft dabei, Strom zu sparen.

Was ist AMOLED?

Samsung nutzt nicht die eingangs erwähnte simple LED Technik, sondern die OLED Technik. Jeder Pixel auf dem Handydisplay ist also eine eigene Lichtquelle, die je nach Bedarf ihre Intensität und auch Farbe verändern kann. Es bedarf also keiner Hintergrundbeleuchtung mehr. Auch wenn es nun enttäuschen mag, aber Samsung hat im Wesentlichen die OLED – Technik noch einmal umgetauft in AMOLED. Auch hier muss wieder die englische Sprache herhalten und der Begriff steht für ‚Active Matrix Organic Light Emitting Diode‘.Im Prinzip entspricht der Name also weitestgehend der Technik, die dahinter steht: Eine Matrix – respektive Raster – mit organischen Leuchtdioden.  Unterschiede zu der OLED-Technik sind wohl nur echten Experten ersichtlich, halten wir also kurz fest: AMOLED heißt die OLED-Technik von Samsung.

Nachteile und Kinderkrankheiten von AMOLED

Selbstverständlich ist keine neue Technologie vollkommen. Auch OLED oder AMOLED hatte zu Beginn mit mehreren Problemen zu kämpfen. Anfangs wirkte das Bild der Smartphone Displays oft ausgewaschen und im Sonnenlicht konnten die Displays so gut wie nicht abgelesen werden. Heutige AMOLED begeistern allerdings durch eine extreme Farbtreue und stehen LED Displays in Sachen Leuchtstärke in Nichts nach. Weiterhin ist aber die geringe Lebensdauer der organischen Materialien nachteilig. Bei einem Handy, Phablet, Tablet oder sonstigem Smartphone ist dies aber weniger Entscheidend als bei z.B. Bildschirmen für einen Fernseher, da ein besagtes Gerät ohnehin nach ca. 2 Jahren ausgetauscht wird. Für eine Lebenszeit von etwa 5000 Stunden, also ca. 200 Tagen Dauerbeleuchtung reicht dies alle Mal.

Was ist Super-AMOLED?

Große Aufruhr herrschte bei der Einführung von Samsungs sogenannten Super-AMOLED Displays. Letztendlich aber, ist dies mehr oder weniger nur ein weiterer Marketingausdruck. Auch wenn die Technik in vielen Bereichen überarbeitet wurde, basiert das Super AMOLED Display in der Basis auf der herkömmlichen OLED Technik. Allerdings wurde die Ablesbarkeit im Sonnenlicht um den Faktor 5 verbessert und die Touchscreen – Technik komplett überarbeitet. Zu Anfang wurde dafür noch eine Folie vor dem eigentlichen Display montiert, bei Super AMOLED ist hingegen die komplette Technik im Panel selbst untergebracht. Daraus entstehen präzisere Touchscreens, die in der Regel auch etwas schneller reagieren.

Was ist ein Retina Display von Apple?

Retina bedeutet in der Anatomie: Netzhaut. Das Debüt hatte die sogenannte Retina Display Technik mit dem iPhone 4S. Das iPhone 4S hatte eine Auslösung von 960 x 640 Pixel und war damit vier Mal so hoch wie die des iPhone 4.  die  Man mag sich nun fragen, wo eigentlich der hochersehnte Unterschied liegt?! Ganz einfach: Retina Displays sind im Großen und Ganzen nichts anderes als weiterentwickelte LED-Displays. Ein Retina Display stellt mindestens 326 ppi (Pixel pro Zoll) dar. Das ist mehr, als unser Auge bei einem normalen Betrachtungsabstand überhaupt erkennen kann. Somit ist eine sehr hohe Auflösung und eine pixelfreie Darstellung möglich. Besonders ist bei dem Retina Display die IPS (In Plane Switching) Technik. Die IPS Technik optimiert den Blickwinkel in Abhängigkeit des Kontrastes, wodurch das Display auch von anderen Blickwinkeln gut erkannt werden kann.

Auch in den tablets von Apple findet die Retina Technologie natürlich seine Anwendung. Das 2012 vorgestellte iPad wurde ebenfalls mit einem in 2048 x 1536 Pixeln auflösenden Retina Display ausgerüstet. Auch im Jahr 2012 erhielten die Modelle Mac Book Pro und Mac Book Air ein Retina Display mit nochmals gesteigerter Auflösung.

Was ist ein Retina HD Display?

Natürlich versucht nicht nur Samsung wie erläutert mit Marketing Begriffen auf immer fortschrittlichere Technologien hinzuweisen. Auch Apple führte mit den neuen Smartphones iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen neuen Begriff ein: Retina HD Display!

Wie der Name sagt, haben Retina HD Displays eine High Definition Auflösung und verfügen über eine Pixeldichte von 326 ppi (Pixel pro Zoll) beim iPhone 6 mit 4.7 Zoll und 401 ppi beim iPhone 6 Plus mit 5.5 Zoll.

Zu den weiteren Features des Retina HD Displays gehört eine sogenannte ‚Dual Domain Pixel‘ Technologie. Diese erlaubt eine bessere Farbwiedergabe mit einem  breiteren Betrachtungswinkel. Ebenfalls verbesserte sich die Polarisation und sorgt für einen höheren Kontrast mit tieferen Schwarztönen und schärferem Text.

One Comment

  1. Und was ist super Retina?

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